Lesben-Geo-Ca(t)ching
Lesbentelefon Güllstr. 3
Aus der ehrenamtlichen Lesbentelefonberatung des Vereins „Lesbentelefon“, der 1986 in der Güllstraße gegründet wurde, entwickelte sich ab 1990 eine Initiative, um eine hauptamtliche Lesbenberatung zu erkämpfen. Es dauerte bis 1993 bis das Sozialreferat und der Stadtrat überzeugt wurden, dem notwendigen Zuschuss zuzustimmen.
1993 konnte die „LIB – LesbenInformation & Beratung“ in der Dreimühlenstraße 23 nach langer und diskriminierender Raumsuche eröffnet werden. Die LIB war das erste hauptamtlich geförderte Lesbenprojekt in Bayern (½ Sozialpädagogin und 1 ABM Psychologin) und erstritt als erstes Lesbenprojekt in Bayern 1994 die Gemeinnützigkeit.
Nachdem die Stadt München sich weigerte, die ABM-Stelle weiter zu finanzieren, wurde die LIB 1995 wieder geschlossen. Der Arbeitsaufwand wäre für eine halbe Sozialpädagoginen-Stelle nicht zu bewältigen gewesen. 1995 fanden sich engagierte Lesben, die in den Räumen in der Dreimühlenstraße das anfangs ehrenamtliche Projekt LeTRa ins Leben riefen. Die Aktivistinnen der Frauen- und Lesbenbewegung hielten unter der Bezeichnung „LeTRa“ (Lesben(T)Raum) die Telefonberatung aufrecht und veranstalteten Informationsabende für Lesben.
Als 1996 die Rosa Liste in den Stadtrat einzog, änderte sich das städtische Verhalten und LeTRa konnte wieder hauptamtliche Stellen besetzen und später sogar in größere und zentralere Räume in die Angertorstraße umziehen.
Literatur:
ThemenGeschichtsPfad der Stadt München, Geschichte der Lesben und Schwulen in München, S. 138f.
Website vom Forum Homosexualität
Diverse Publikationen von LeTRa
Quelle: Mündliche Auskunft von Andrea Bergmann (Oktober 2015)
GEOCODE FÜR STATION 10:
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48.12520 11.55200 |