Lesben-Geo-Ca(t)ching
Sendlinger-Tor-Platz: Lesbendemo zu Lesbenzeitungsskandal sowie Lesben-WG
1974 fand in Schleswig-Holstein ein spektakulärer Prozess statt: Marion Ihns und ihre Freundin Judy Anderson wurden wegen des Auftragsmords an Ihns‘ gewalttätigem Ehemann zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Boulevardpresse stürzte sich auf dieses Thema. So betitelte die Abendzeitung „Lesbierin ließ Ehemann ermorden“. Gegen die pauschale Kriminalisierung und Diffamierung lesbischer Liebe durch Presse und Gericht demonstrierten Frauen in vielen Städten unter dem Motto „Die Mordanklage ist Vorwand – am Pranger steht lesbische Liebe“ (siehe Foto). In München fand eine große Demo am Sendlinger-Tor-Platz statt. Viele Lesben outeten sich in Folge dieser Aktionen und organisierten sich politisch.
Im Haus am Sendlinger-Tor-Platz 8 befand sich von Anfang der 1980er Jahre 30 Jahre lang eine Lesben-WG, die für fünf Frauen Platz bot. In der am längsten bestehende Münchner Lesben-WG wohnten mehrere hundert Lesben, sie ist in Münchner Lesbenkreisen daher weit bekannt. Die WG-eigenen Unterlagen wurden nach der endgültigen Auflösung der WG an das Lesbenarchiv vom Forum Homosexualität überreicht und harren dort der Auswertung.
Literatur:
ThemenGeschichtsPfad der Stadt München: Geschichte der Lesben und Schwulen in München, S. 108f.
Mündliche Auskunft von Karin und Christine, zwei Bewohnerinnen der WG, Oktober 2015
Abbildung: Ullsteinbild
GEOCODE FÜR STATION 6:
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48.13142, 11.57024 |
ACHTUNG:
Für den Fall, dass Ihr den Cache abkürzen möchtet, könnt Ihr folgende Station 8 als nächstes anstelle der Station 6 aufsuchen (Zeitersparnis ca. 45 Minuten – nutzt hierzu die U-Bahn):
GEOCODE FÜR STATION 8: 48.12562, 11.55579
