Lesben-Geo-Ca(t)ching
Viktualienmarkt Liesl Karlstadt
Elisabeth Wellano wurde am 12.12.1892 als fünftes von neun Kindern eines italienischstämmigen Bäckermeisters in Schwabing geboren. Sie begann als Verkäuferin im neu gegründeten Kaufhaus von Hermann Tietz, auch bekannt als Hertie, doch das befriedigte das musikbegabte Mädchen nicht. Sie, die mehrere Musikinstrumente beherrschte, zog es auf die „Bretter, die die Welt bedeuten“. Mit 17 Jahren kam sie zu den Münchner Volkssängern und von dort zur Volksbühne und zum Kabarett. 1911 gestaltete sie das Vorprogramm für einen Abend von Karl Valentin. Valentin erspürte im Kitsch der Liedertexte das komische Talent der Sängerin, fand auch als Mann Gefallen an der jungen Künstlerin und machte sie zu seiner Bühnenpartnerin. Ihren Künstlernamen „Liesl Karlstadt“ entwickelte sie mit ihm zusammen.
In den 25 Jahren ihrer Zusammenarbeit entstanden annähernd 400 Sketche und Komödien. Bekannt wurde sie aber auch für ihre „Hosenrollen“. Darin war sie so überzeugend, dass sie von vielen Zuschauer_innen tatsächlich für einen Mann gehalten wurde und sogar Heiratsanträge von Frauen bekam. Dennoch steht sie bei den Theaterkritikern immer im Schatten von Karl Valentin. Von ihnen wird sie oft nicht einmal wahrgenommen – obgleich sie bereits seit 1915 gleichberechtigte Direktorin des kleinen Ensembles war und etliche Sketche aus ihrer Feder stammen.
Liesl Karlstadt starb Juli 1960 im Alter von 67 Jahren an einer Gehirnblutung und wurde auf dem Bogenhausener Friedhof in München beerdigt. Auf dem Viktualienmarkt in München erinnern Brunnen an Karl Valentin und Liesl Karlstadt. Außerdem ist das Valentin-Karlstadt-Musäum den beiden Komikern gewidmet.
Literatur
wikipedia, fembio
Abbildung: Wikimedia Commons
GEOCODE FÜR STATION 5:
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48.133864, 11.567456 |
